Bisher lasen wir Volumen entlang der Zeit — ein Balken pro Intervall. Dreht man es um 90° und summiert es je Preisstufe, entsteht das Volume Profile. Es zeigt, wo der Markt am meisten gehandelt hat — und damit, welche Niveaus akzeptiert und welche abgelehnt wurden. Die Landkarte der Liquidität.
An Preisen, die der Markt für fair hält, wird viel gehandelt — der Kurs verweilt, das Profil wird dick. Preise, die er ablehnt, durcheilt er schnell — dort bleibt das Profil dünn. Das Volume Profile macht aus dieser Wahrheit eine Landkarte: dicke Knoten sind Magnete, dünne Stellen sind Durchgangszonen.
Die Form des Profils erzählt, was im Markt geschah. Ein ausgewogenes Profil bedeutet Gleichgewicht; ein einseitiges verrät eine treibende Kraft. Schalten Sie zwischen beiden um und beobachten Sie, wohin sich der POC verschiebt.
Das Volume Profile ist kein Signalgeber, sondern ein Kontext-Werkzeug. Es beantwortet drei Fragen, die ein gewöhnlicher Chart nicht beantwortet.
HVNs und der POC ziehen den Kurs an. Nähert er sich von außen, ist eine Reaktion oder ein Verweilen wahrscheinlich. Ein verlassener POC wird oft erneut getestet.
LVNs sind dünne Zonen, durch die der Kurs schnell läuft. Bricht er in ein LVN ein, ist eine zügige Bewegung bis zum nächsten HVN wahrscheinlich — saubere Ziele und Grenzen.
Verbringt der Kurs Zeit außerhalb der Value Area und baut dort neues Volumen auf, akzeptiert der Markt den neuen Wert. Kehrt er schnell zurück, hat er ihn abgelehnt — ein Fehlausbruch.
Drei Gedanken zur Landkarte der Liquidität.
Das Profil summiert Volumen je Preisstufe statt je Zeit und zeigt so, welche Niveaus akzeptiert und welche abgelehnt wurden.
Der POC ist der magnetische Schwerpunkt, die Value Area die faire Spanne. Ihre Kanten sind die wichtigsten Reaktionszonen.
HVNs bremsen und ziehen an, LVNs lassen den Kurs durchlaufen. Zusammen liefern sie Ziele, Grenzen und Kontext.